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29.02.2020
Betriebsbesichtigung der Biogasanlage der Familie Schubert in Grün

Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Röslau traf sich am 29.02.2020 zur Besichtigung der Biogasanlage der Familie Schubert in Grün. Nach der Begrüßung der zahlreich erschienen Interessierten durch Ortsvorsitzenden Heinrich Schubert führte Wolfgang Schubert gemeinsamen mit seinen Söhnen Andreas und Christian die Anwesenden durch die Anlage.

Eine Biogasanlage dient der Erzeugung von Biogas durch Vergärung von Biomasse. In landwirtschaftlichen Biogasanlagen werden meist tierische Exkremente (Gülle, Festmist) und Energiepflanzen als Substrat eingesetzt. Die Anlage in Grün wird mit nachwachsenden Rohstoffen und den vorgeschriebenen 30% Gülle betrieben. Als Nebenprodukt wird ein als Gärrest bezeichneter Dünger, der nährstoffreicher als aus tierischem Ertrag ist,  produziert. Bei den meisten Biogasanlagen wird das entstandene Gas vor Ort in einem Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.

Wolfgang Schubert errichtete die Biogasanlage im Jahr 2005 als weiteres Standbein seines landwirtschaftlichen Anwesens. Der Betrieb startete mit einer Leistung von 180kW. Nach einigen Erweiterungen und viel neuem Wissen, welches durch wissenschaftlichen Fortschritt aber auch durch Fehlschläge erworben wurde, konnte diese inzwischen auf 1,2MW erhöht werden. Dafür werden täglich ca. 20t Biomasse benötigt. Zuletzt wurde eine neue Steuerungsanlage eingebaut. Diese wurde nach den Wünschen von Andreas Schubert von der in Grün ansässigen Firma Richter + Stegner angefertigt. Das in den Kuppeln gespeicherte Biogas ist jederzeit einsatzbereit. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber anderen erneuerbaren Energien, wie Sonnen- oder Windenergie, die davon abhängig sind ob die Sonne scheint oder der Wind weht. Der Direktvermarkter kann aus der Ferne auf die Biogasanlage zugreifen und nach Bedarf die Produktion lenken. Die bei der Biogasproduktion entstehende Wärme wird zum Heizen von Gebäuden genutzt, aber auch zur Trocknung von Getreide, Holz, Hackschnitzel usw.. So sind in Grün viele Häuser an die Anlage angeschlossen und bekommen von dort ihre Wärme und ebenfalls Strom. Familie Schubert plant noch die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage zur Wasserstoffgewinnung. Denn mit Wasserstoff kann die Effizienz der Biogasanlage gesteigert werden.

Nach der Führung setzten sich die Teilnehmer noch in der Maschinenhalle zusammen. Heinrich Schubert bedankte sich bei Wolfgang Schubert für die informativen Ausführungen mit einem kleinen Präsent. Bei von der FWG gesponsorten Würstchen und Getränken diskutierten die Besucher und die Energie-Landwirte noch rege über die aktuelle Energiepolitik und den derzeitigen Stand der erneuerbaren Energien in Röslau.

Alleine die Biogasanlage in Grün ist seit der letzten Ausbaustufe in der Lage den gesamten Strombedarf der privaten Haushalte in Röslau zu decken. Zusammen mit den weiteren erneuerbaren Energiequellen im Gemeindegebiet kann sogar der komplette Strombedarf von privaten Haushalten, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen mit grünem Strom aus Röslau bedient werden. Der Energiemix in der Fichtelgebirgsgemeinde aus Wasser- und Windkraft, Biogas sowie Photovoltaik ist somit auf dem richtigen Weg. Potenzial bei der dezentralen Stromversorgung sieht die Freie Wählergemeinschaft Röslau noch bei Aufdach-Photovoltaikanlagen. Hier sollte ein ökologisch und ökonomisch sinnvoller weiterer Ausbau auf privaten und öffentlichen Dächern angestrebt werden. Aus den Gesprächen mit dem Anlagenbetreiber konnten die Freien Wähler Gemeinderäte noch mitnehmen, dass für das in der Prüfung befindliche Nahwärmenetz in Röslau auch die Einbindung der bestehenden Biogasanlage mit durchdacht werden muss.